XP-Pen Deco Pro (Werbung)

XP-Pen schickte mir vor ein paar Tagen das neue Deco-Pro (Small) zu, damit ich dieses ausgiebig testen darf. Einige erinnern sich: Im März diesen Jahres durfte ich bereits das Deco-03-Tablett testen und es gab über die kplx-Twitterseite sechs Grafiktabletts zu gewinnen.

Das Unternehmen XP-Pen entstand 2005 in Japan und hat sich auf Grafiktabletts spezialisiert. Auf der Firmen-Webseite heißt es, dass man die traditionellen Malerei-Erlebnisse in das digitale Zeitalter bringen möchte. Hierzu setzt man auf eine passive Stift-Technologie, also Stifte ohne Batterie und ohne lästiges Aufladen – stets einsatzbereit. Im Vergleich zu Wacom sind XP-Pen-Tabletts deutlich günstiger. Die Preisspanne reicht von 70 bis 700 Euro und bietet Geräte für jeden Anspruch, vom einfachen Einstiegsmodell bis zum professionellen Tablett mit Display/Grafikmonitor.

Das Deco-Pro zählt laut Herstellerangaben zur professionellen Serie der Tabletts ohne integrierten Grafikmonitor.

XP-Pen Deco-Pro (Small)

Im Lieferumfang enthalten sind das Deco-Pro-Tablett mit Stift, Stiftbox mit Ersatzminen, USB-Kabel mit zwei Adaptern (u.a. zur Verbindung mit Android-Geräten), ein Zeichenhandschuh (vgl. zu Smudge Guard) und diverse Anleitungen.

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Das Deco-Pro gibt es in zwei Größen: Small mit einem Arbeitsbereich von 9 x 5 Zoll und Medium mit 11 x 6 Zoll.

Der Treiber vom vorherigen Deco-03-Tablett funktioniert auch für das Deco-Pro, allerdings ohne alle Einstellungen vornehmen zu können. Über die XP-Pen-Seite gibt es alle passenden Downloads und in meinem Fall (Windows) war das Gerät schnell installiert und einsatzbereit. Im Menu konnte ich nun mittels Drop-Down-Menu auswählen, welches Tablett ich mit Optionen anpassen möchte. Hier können alle Tasten am Stift und am Tablett belegt werden. Ähnlich zum Deco-03 gibt es auch beim Deco-Pro einen markanten Drehknopf. In diesem Fall wurde das ohnehin schon coole Feature deutlich verbessert, da der Drehring beispielsweise für Zoom-In und Zoom-Out genutzt werden kann und zusätzlich der innere Touch-Bereich beispielsweise als Maus funktioniert. Zudem können linksseitig weitere acht Druckknöpfe mit sämtlichen Befehlen belegt werden, die den eigenen Workflow unterstützen. Am Stift gibt es zwei Tasten, die individuell belegt werden können. Diese belege ich grundsätzlich mit „Leertaste“ zum Verschieben der Arbeitsfläche (bei Affinity und vielen anderen Programmen) und „Zurück“, für den Fall, dass man sich verzeichnet hat. Zusammen mit dem Zoom-Drehrad und den optionalen Tasten ist man insgesamt schon sehr komfortabel aufgestellt.

Drehrad mit Touchfeld – praktisch!

Grundsätzlich zeichne ich hier bei kplx nur noch „oldschool“ mit Tusche auf Papier, ohne nachträgliche Bearbeitung. Mittels Snapseed am Smartphone nehme ich gegebenenfalls ein paar Änderungen von Spitzlichtern/Helligkeit/Kontrast/Schatten vor oder nutze den Silhouette-Filter, damit das Rastermuster stellenweise cool aussieht. Einige Skizzen für längere, unübersichtliche Comics fertige ich digital und ein paar Grafiken für den Kplx-Store für Shirts, Postkarten und Tassen sind ebenfalls digital erstellt oder zumindest nachbearbeitet. Für solche Fälle bin ich auf ein gutes Grafiktablett angewiesen. Der nächste geplante kplx-Comic hat mehrere Panels und da bietet sich ein kurzer Test mit dem Deco-Pro an.

Test-Scribble mit dem Deco-Pro mit Affinity und Windows

Außerdem hier noch ein Klassiker neu aufbereitet mit dem Deco-Pro:

Das digitale Zeichnen mit dem Deco-Pro funktioniert einwandfrei, ohne Verzögerungen mit einem flüssigen und präzisen Strich bei 8192 Stufen der Drucksensitivität. Das Zeichengefühl auf der Kunststoffoberfläche ist zudem sehr natürlich. Die Begrenzung der Arbeitsfläche wird im aktiven Betrieb zur besseren Orientierung beleuchtet. Insgesamt macht die Verarbeitung mit Aluminiumgehäuse und matter Kunststoffoberfläche einen wertigen und stabilen Eindruck.

Der Stift könnte meiner Meinung nach etwas schwerer in der Hand liegen und zudem zumindest teilweise eckig sein. Sämtliche Stifte zu Grafiktabletts sind rund, so dass man ständig die zwei Tasten an der Seite suchen muss. Vielleicht geht es auch nur mir so. Davon abgesehen liegt der Stift mit der gummierten Fläche gut in der Hand.

Wie oben bereits erwähnt sind im Lieferumfang zwei Adapter für die Verbindung mit Android-Geräten (6.0 und höher) vorhanden. Die Idee dahinter: Das Deco-Pro kann man für kleinere Skizzen und Bearbeitungen oder einfach nur just for fun zum Beispiel mit dem Handy verbinden. Leider funktioniert die Verbindung bislang nicht (mit Huawei P20 Pro). Die App „Deco Draw“ gibt es im Playstore und läuft grundsätzlich problemlos. Nachdem das Deco-Pro angeschlossen wird, entsteht allerdings bislang keine funktionstüchtige Verbindung. Ich habe mit XP-Pen darüber geschrieben und man sieht sich das Problem an. Falls jemand eine Lösung hat, würde ich mich über eine Rückmeldung freuen! Ansonsten ist das Gerät mit allen gängigen Grafikprogrammen kompatibel wie Photoshop, SAI, Painter, Illustrator, Clip Studio und anderen.

Praktisch ist nach wie vor die Stift- und Minenbox, die es auch beim Deco-03 gibt. Eine Idee zur Verbesserung wäre noch ein Einschub für die zwei Android-Adapter, denn diese können schnell verloren gehen.

Praktische Aufbewahrungsbox für Stift und Minen – Aber warum nicht für die zwei Adapter?

Insgesamt handelt es sich bei dem Deco-Pro um ein sehr gutes Grafiktablett für verhältnismäßig kleines Geld. Die Verbindung mit Android-Geräten funktioniert bislang leider nicht. Allerdings ist dieses Feature vermutlich nur so cool nach dem Motto „Waum? Weil ich es kann!“. Einen ernsthaften Anwendungsfall, warum man das Tablett mit dem Smartphone verbinden sollte, sehe ich nicht. Für den Hauptaufgabenbereich liefert das Tablett in jedem Fall sehr gute Leistungen.

Hier geht es zur Seite von XP-Pen.

[Werbung: Das Produkt wurde mir zu Testzwecken zur Verfügung gestellt.]